ENGELSKIRCHEN. Der Mann ist ein Gewohnheitstier. So erfreute er sich gewohntermaßen sehr am Nummerngirl, das auch bei der diesjährigen Engelskirchener Herrensitzung regelmäßig durchs Festzelt stolzierte. Doch nicht nur Kimmi sorgte für ein rundes Programm, die „Närrischen Oberberger“ verwöhnten ihre Kerle mit vielerlei Stars.
Mit einem dreifachen „Kall Du“ startete Sitzungspräsident Paul Remmel die fünfstündige Feier, ließ das Dreigestirn mit Prinz Marco Tessitori, Jungfrau Uwe „Appolonia“ Lamers und Bauer Reinhold Müller einmarschieren - und rief ob soviel Narretei sobald geistlichen Beistand herbei.
Diakon Willibert Pauels stimmte ins Bergische Heimatlied ein und blieb bei lokalen Themen. Warum die Nordrhein-Westfalen so viele unterschiedliche Mentalitäten haben, demonstrierte Pauels am Witz: „Kommt ein Westfale mit einem Papagei auf der Schulter in die Kneipe. Fragt der Wirt: Kann der auch sprechen? Sagt der Papagei: Ich weiß es nicht!“ Dass der Rheinländer da ganz anders ist, zeigen göttliche Wunder: Der Türke lässt sich von Allah die Rückenschmerzen heilen, der Westfale von Gott die Schulterschmerzen. Doch als Gott am Rheinländer Hand anlegen will, sagt der: „Finger weg, ich bin noch vier Wochen krankgeschrieben!“
Um seinen „Kanalmeister“ Kardinal Meisner zu ärgern, schlug der Bergische Jung bewusst über die Strenge: „Sagt die Banane zum Vibrator: Warum zitterst Du so? Ich werd doch gefressen!“
Bei so viel christlicher Herzlichkeit wirkte der Besuch des neuen Büttenstars Marc Metzger besonders dreist. Der Blötschkopp erzählte keine Witze, sondern disziplinierte die Festversammlung mit frechen Kommentaren. „Na, hast Du eine Freikarte bekommen? Hast Du denn auch Spaß?“, fragte er einen Herrn in der ersten Reihe: „Sag deinem Gesicht Bescheid. Das weiß noch nix davon!“ Auch Bürgermeister Gero Karthaus unterstellte er Lustlosigkeit: „Du bist gerade erst gewählt worden. Du darfst Dich hängen lassen!“ Zum großen Spaß des Publikums legte sich Metzger über eine halbe Stunde auch noch mit dem Sitzungspräsidenten, der Tusch-Kapelle und diversen anderen Gästen an. „Ich hab beim Auftritt noch nie eins vor die Fresse gekriegt. Ich glaub, ich bin nah dran.“
Zuvor hatte Guido Cantz tiefe und lustige Einblicke in sein frisches Eheleben gegeben. Tolle Tanznummern präsentierten die Schloßgarde zu Asbach, das KG-Tanzkorps, das Engelskirchener VfL-Ballett und die „Fauth Dance Company“. Die Kölschrocker „Brings“ verwandelten das Festzelt zur Musikarena. Bis in den Abend wurde gefeiert. (aga)