
Mensch, war das eine Stimmung gestern Abend im Aggertal-Gymnasium von Engelskirchen. Schon bei der Verabschiedung von Prinz Horst II und seiner Prinzessin Marion merkte man, dass die Jecken endlich wieder feiern wollten. Doch beim triumphalen Einmarsch des neunen Trifoliums blieb dann einem jeden die Spucke weg. Mit donnernden Applaus und Jubelschreien wurden Prinz Marco I. (Tessitori), Bauer Reinhold (Müller) und Jungfrau Apollonia (Uwe Lamers), alle drei Mitglieder der Schlossgarde, in der Aula willkommen geheißen.
[Prinz Marco I. wird die Engelskirchener nun bis Aschermittwoch anführen.]
Oftmals mit dabei, aber noch nie oben auf der Bühne stand Bürgermeister Dr. Gero Karthaus bei seiner Jungfern-Proklamation. Versucht souverän verlieh er den Närrischen Oberbergern die Insignien der Macht: Spiegel für Schönheit an die Jungfrau, Schlüssel an den Bauern und Zepter an den Prinzen. Dabei bekundete er, beim karnevalistischen Urgestein „Queen Mum“ alias Hilde Oberbüscher in die Lehre gegangen zu sein, aber noch viele Fehler zu machen. So antwortete er auf ihre Frage „Weißt du was Kall-du ist?“, dass es sich dabei um einen Ort in der Eifel handeln würde. Klare 6, setzen. Zur Strafe musste er die Tollitäten der letzten zehn Jahre zwanzig Mal abschreiben.
„Karnevalisten haben Glück: Ihre Session dauert sechs Wochen, meine sechs Jahre“, scherzte das gut aufgelegte Gemeindeoberhaupt und kündigte an, eine Sambasteuer einzurichten, um die leere Gemeindekasse zu füllen. Außerdem soll am ATG das Karnevals-Abitur eingeführt werden: „Jungfrau Apollonia hat aufgrund ihres Aussehens eine Karriere als Wäsche-Model vor sich, Bauer Reinhold verfügt über außergewöhnliche tänzerische Qualitäten, was ihn bei den Frauen so beliebt macht. Und Prinz Marco? Sein Name allein ist schon ein Gedicht, da denkt man an den Werbespruch: Isch habe gar kein Auto.“

Schon seit Jahren ist das Dreigestirn ist in der Schlossgarde aktiv und lebt deswegen nach dem Motto: „De Fastelovend ist wunderschön, aus Garde maat et Dreigestirn“. Als klares Ziel haben sich die drei vorgenommen, die Herzen der Engelskirchener Jecken im Sturm zu erobern. Die Lust und Freude, endlich einmal zum Dreigestirn zu gehören, merkte man allen dreien an. Ebenfalls mit dem Herz dabei waren die zahlreichen Gäste, die den Weg nach Engelskirchen gefunden hatten. Allen voran natürlich Tanzgarde Rut-Wieß der KG und die Schlossgarde. Aber auch das VfL-Ballett und Oliver Hoff, der den auferstandenen Willi Millowitsch täuschend echt parodierte und dessen Hits „Wir sind alle kleine Sünderlein“ und „Ich bin ene kölsche Jung“ darbrachte, begeisterten die Jecken. So hatten auch die Mädels der Gruppe „Colör“ um Leadsängerin Ute Geller nachher leichtes Spiel und riss die Gäste von den Stühlen.
Weitere Bilder auf der Seite von Christian Benze.


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